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Wolmirstedter Kanu-Verein e.V.

24. October 1961 | Volksstimme

Früher nur ein Boot – heute sind es viele (III)

Über die Entwicklung der Sparte Kanu der BSG Einheit Wolmirstedt

Junge Menschen mit oft unterschiedlichen Berufen arbeiteten für eine große und schöne Aufgabe. Natürlich gab es Meinungsverschiedenheiten. Ich kann mich gut erinnern, dass unser „Bauleiter“, weil es einmal mit dem Einbau eines Unterzuges nicht nach seinen Vorstellungen ging, die Arbeit hinwarf, uns aufforderte, „wir sollten ihm mal“, und dann ging. Wir haben ihm natürlich nicht, und er kam auch wieder, weil er wusste, dass er gebraucht wurde.

Auch Zaungäste gab es, die den Zeigefinger hoben und glaubten, uns auf dieses oder jenes aufmerksam machen zu müssen. Aber solche, die die Hände in den Hosentaschen versteckt hielten, die gab es nicht. Nachdem wir uns wirklich abgewöhnt hatten, die Zeit nach Stunden zu messen, empfanden wir es als Triumph unserer Kraft und unseren Mutes, als das neue Bootshaus am Mittellandkanal in seiner jetzigen Form vor uns stand. Das war ein Erfolg, ein großartiges Ergebnis unseres Fleißes. Beim Anblick der farblosen Barackenteile, über die weiße Federwolken schwebten, verschwanden alle Wassersorgen, verschwanden die Mißerfolge des Anleger- und des Staubaues. Es waren Erinnerungen, über die wir lachten. Wenn von ihnen gesprochen wurde, dann episodenhaft, als wäre es vor Jahren gewesen.

Die Zeit verändert auch die Vorstellungen von Fläche und Weite. Längst noch war nicht die ganze Arbeit geschafft, als wir mit, Booten und Zelten, mit Huck und Pack umzogen. Das war eine Manifestation des Sieges! In unendlicher Geduld schufen fleißige Hände weiter, veränderten, verschönten, bastelten sie und richteten einen neuen Kulturraum her, der für die Mitglieder der Sektion zum Inbegriff der Gemütlichkeit und der Zusammengehörigkeit wurde. Die Bautätigkeit im und am Bootshaus sowie auf dem umliegenden Gelände hat noch nicht aufgehört. Die Stunden, die die Mitglieder der Sektion Kanu in den zurückliegenden Jahren geleistet haben, sind nicht mehr zu zählen.

Durch Fleiß und Ausdauer haben sie sich eine Sportstätte geschaffen, die an den schönen Sommertagen oftmals zum Anziehungspunkt der Wolmirstedter Bevölkerung geworden ist. Und ich darf hier verraten, sie haben noch mehr vor, es soll noch gemütlicher werden. Der Kulturraum ist gleichzeitig Ausstellungsort vieler Trophäen, die von sportlichen Erfolgen künden. Mit dem Wasser kamen neue Sportfreunde, kraftstrotzende junge Menschen. Sie alle gewannen den Kanu-Wettkampfsport bald sehr lieb. Die vielen Urkunden zeugen davon, dass die Wolmirstedter Kanuten heute im Bezirk Magdeburg, Rang und Namen besitzen. Immer wieder wird eine Urkunde zu den vorhandenen hinzugefügt. Und an jeder hängt eine Erinnerung, ein persönliches Erlebnis.

Da, die große Magdeburger, war das nicht -? Natürlich, als der Mulei, die große Hoffnung der Wolmirstedter Kanuten, kenterte. Dort, das war der Beginn der Erfolgszeit der Jugend RMC. Jugend-, Frauen- und Männererfolge, eine stolze Bilanz harter, unermüdlicher Trainingsarbeit. Keinem wurde der Sieg in den Schoß gelegt, jede, Platzierung musste hart, hart erkämpft werden. Nichts sagt jene Wand im Kulturraum des Bootshauses, aber von den vielen Sportfreunden, die hoffnungsfroh an den Rennen teilgenommen haben. Den Sieg mussten sie an einen Besseren abgeben. Von mancher Träne, manchem zermürbenden Grübeln, davon spricht die Wand nicht. Doch was wären Kämpfe, sportlich, faire Auseinandersetzungen ohne Verlierer? Auch unter den Wolmirstedter Sportfreunden gib es solche, die sich ihrer Tränen nicht zu schämen brauchen. Sie alle begannen den Aufstieg auf der Leiter des Erfolges mit der untersten Stufe, und manche mussten zwei-, dreimal beginnen. Sie haben, und das sei allen Fahrern zugute gehalten, niemals verzagt, immer wieder haben sie die Fehler oder die Ursachen eines Misserfolges bei sich selber gesucht. (Wird fortgesetzt)

 

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