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Wolmirstedter Kanu-Verein e.V.

24. June 1966 | Volksstimme

Der Festtag der Kanuten

Man sollte die Feste feiern, wie sie fallen. Und deren gibt es bei den Kanuten sehr viele, die sich kaum voneinander unterscheiden: Anpaddeln, Rennsportsaison, Abpaddeln. Außergewöhnlich ist jedoch das Fest der Einweihung ihres neuen Bootshauses. Das alte genügte den Ansprüchen nicht mehr und war auch vom Wetter lebensgefährlich angenagt.

Wer wollte aber heute noch sagen, wer den Gedanken, aus dem alten ein neues Haus zu bauen, zuerst geäußert hat, das wäre schwer. Aber dann kam der Gedanke in Bewegung, er erfaßte die Mitglieder, die Staatliche Bauaufsicht, den Rat des Kreises, den Rat der Stadt. Das Alte wurde besichtigt, bekritzelt, bekratzt, und dann kam der erlösende Zettel, die Verbriefung, daß das Bauvorhaben im Volkswirtschaftsplan 1966 aufgenommen ist. Ein neues Rennen begann diesmal ohne Paddel und Boot, daß die Auslieferung des Projektes termingemäß bis zum 30. September vorigen Jahres erfolgte.

„Geklappt“, sagte der Sportfreund Walter Urban, den die Sektionsleitung verantwortlich für das Bauvorhaben eingesetzt hatte. Sportfreund Meyer meinte, die Mittel, nämlich 30000 MDN, müssen gekürzt werden. Mehr als 30 Sportfreunde wiesen nach, bilanzierten, überrechneten. Punktum, dreißigtausend plus Hilfe vom Rat der Stadt, plus 12000 eigene Leistungen, Strich darunter, gleich Kosten für das neue Bootshaus. „Wenn das Geld nicht reicht“, sagten die Kanuten „schiebt den Neubau in 1967.“ Die ständige Kommission des Kreistages überprüfte noch einmal. Ergebnis: endgültige Bestätigung über dreißigtausend Mark.

Noch im alten Jahr wurde der Kanalwall geräumt und die Fundamente für den Erweiterungsbau hergestellt. Der 3. März 1966 wird in die Geschichte der 17 Jahre alten Sektion Kanu der BSG ,,Einheit“ Wolmirstedt eingehen. Baubeginn am neuen Bootshaus. „Die Kollegen der PGH Barleben haben gearbeitet, als würden sie ihr eigenes Heim bauen“, erzählt Walter Urban. „Unsere Mitglieder loben noch heute die Bauarbeiter.“ Dann wuchsen das Haus und der Anbau von Tag zu Tag. Das gab Mut, Kraft und Ausdauer für die vielen Helfer. Als der Rohbau und die Putzarbeiten fertig waten, zogen die zu Freunden beförderten Maurer wieder ab.

Jeder wußte schon lange vorher seine Aufgabe. Walter Urban war verantwortlich für die Zimmererarbeiten, für das Einsetzen der Fenster und Türen, Ulrich Wernicke verantwortlich für die Elektroinstallation, Günter Repke für die Malerarbeiten, Fliesen Dieter Gienapp, Holzarbeiten einschließlich künstlerischer Gestaltung Heinz Wilhelmi. Jeder hatte seine Aufgabe und die ihm zur Seite stehenden Helfer.

Zur Einweihungsfeier waren neben dem Vorsitzenden des Rates des Kreises und der Stadt auch Vertreter vom Rat des Bezirkes anwesend. „Das neue Bootshaus enthebt uns für viele Jahre der Sorge“, sagt Frau Ladebeck. „Der neue Kulturraum ist ein Schmuckkästchen eine Klasse für sich!“ Ist es da verwunderlich, daß das Kollektiv der Sektion Kanu dafür mit der goldenen Aufbaunadel ausgezeichnet wurde? Der Sportfreund Walter Urban wurde für seine Leistungen mit der Medaille für ausgezeichnete Leistungen geehrt, die Sportfreunde Udo Wolff und Horst Ladebeck mit einer Geldprämie. Eine große Leistung wurde mit ehrlichen Worten und herrlichen Präsenten gewürdigt.

Mit dieser schweren Arbeit ist nicht etwa das Jahresziel der Kanuten erreicht. Der Sektionsleiter Dieter Voge hat große Pläne für den Rennsport in petto. „Wir werden 2 Jungen und 3 Mädchen der weiblichen Jugend für die Leistungsklasse II qualifizieren und einen Jungen für die Leistungsklasse I. Zwei Jungen und 3 Mädchen werden an der Kinder- und Jugendspartakiade in Berlin teilnehmen.“ Viel Erfolg, Wolmirstedter Kanuten, und viele Stunden der Entspannung an irgendeinem Gewässer unserer schönen Deutschen Demokratischen Republik.

 

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