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Wolmirstedter Kanu-Verein e.V.

13. January 1987 | Volksstimme

Vom Einbaum zum Rennboot

Was verbirgt sich wohl hinter dieser Überschrift, werden sie sich, liebe Leser, denken. Gemeint ist damit der Weg vom traditionellen Fortbewegungsmittel einiger Urvölker zum schneidigen und wesentlich leichteren Rennboot der Kanusportler. Das Kanu dürfte das älteste Transportmittel auf dem Wasser sein. Bekannt sind Boote von Eingeborenen Amerikas, Afrikas und Grönlands, in denen bis zu 60 Packer saßen. Dennoch fand das Kanu, das Wort stammt aus der Sprache mittel- und südamerikanische Ureinwohner und bedeutet Baumstamm oder Baumkahn, erst spät Eingang in die Sportgeschichte. In den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts baute der Schotte McGregor ein Holzkajak nach dem Vorbild der Eskimoboote. 1866 gründete er den ersten englischen Kanu-Klub und veranstaltete drei Jahre später die erste Regatta. Etwa 80 Jahre, nachdem McGregor den Kanusport aus der Taufe gehoben hat, etablierte sich in Wolmirstedt der erste Kanu-Verein. An der Ohre in der Nähe der Amtsbrücke versuchten einige interessierte Jugendliche, einen Wettkampfbetrieb durchzuführen. Jedoch scheiterten diese Bemühungen immer wieder am unregelmäßigen Wasserstand der Ohre. Als Ausweichmöglichkeit bot sich ein alter Schuppen am Mittellandkanal an. In mühevoller Arbeit bauten die Mitglieder der jetzt schon auf eine beachtliche Anzahl angewachsenen Sportgemeinschaft das Gebäude zu einem Bootshaus aus. Das war im Jahr 1954. Inzwischen ist diese Sportstätte zu einem Kleinod herangewachsen. Ein Klubraum, ein Sanitäranbau mit Duschen, Umkleideräumen und Toiletten, eine Bootshängerhalle und vieles andere mehr wurde geschaffen. Mit einem Wort, ideale Bedingungen für den Kanusport. Ohne diese Bedingungen wäre es nicht möglich gewesen, dass der Rennsport im vergangenen Jahr einen Höhenflug erlebte. Das Trainingszentrum Kanu war 1986 das beste dem Bezirk Magdeburg. Mit dem Gewinn zweier Titel bei den Juniorenweltmeisterschaften in Rom durch den ehemaligen Wolmirstedter Mario Warthemann hatte das Trainingszentrum seinen bisher größten Erfolg. Um an diese Erfolgskette anknüpfen zu können, sind alle Jungen und Mädchen aus Wolmirstedt, die sich für diesen schönen Sport interessieren, zu einer Teilnahme am Training aufgerufen. Das Probetraining findet in der Sporthalle der Arthur-Becker-Oberschule (Gipfelstraße) jeden Dienstag von 15 bis 16:30 Uhr statt. Bedingung ist das Schwimmzeugnis der Stufe zwei. Das Alter der Kinder sollte zwischen 9 und 11 Jahren liegen.

 

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Erfolgreiche Abschluss der Regattasaison als pdf downloaden Gold und Silber für Wolmirstedter Kanuten