. . HOME | KONTAKT | LOGIN

Wolmirstedter Kanu-Verein e.V.

17. April 2013 |

Der Kanal ist wieder von Kanuten bevölkert

Von Gudrun Billowie

Wolmirstedt Das Elbeuer Bootshaus gleicht einem Ameisenhaufen. Über 30 Kinder und Jugendliche winden sich in ihre Rettungswesten, schnappen sich die persönlichen Lieblingspaddel, tragen ihre Mannschafts-, Wandercanadier und Rennboote aus dem Bootshaus und setzen sie vorsichtig ins Wasser. Die 4- bis 18-Jährigen schnattern aufgeregt durcheinander, schnüren wiederholt ihre Schuhe, tauschen schnell noch ein Paddel aus, doch irgendwann ist es vollbracht. Jedes Kind kniet auf dem richtigen Platz im richtigen Boot. „Die Kinder werden heute etwa drei Kilometer paddeln“, sagt Swen Kleinau, „unsere Trainingsstrecken sind normalerweise 2000 oder 6000 Meter lang.“

Swen Kleinau ist der Vorsitzende des Kanuvereins. Vor zwei Wochen hat er das Amt von Werner Stadermann übernommen, der den Vorsitz aus privaten Gründen zur Verfügung gestellt hatte. „Ich werde den Verein trotzdem weiterhin nach meinen Kräften unterstützen“, sagt der 50-Jährige Unternehmer. „Das freut uns besonders, da wir ohne Werner Stadermanns Betriebsbus mit unseren Kindern nur schwer zur Regatta kommen“, sagt Kassenwart Lutz Neumann, „wir schätzen es sehr, dass wir seit 23 Jahren auf denselben Sponsor zählen können. Andere Vereine beneiden uns darum.“

Die Kanuten bestreiten rund 15 Regatten im Jahr. Wegen des lang andauernden Winters hat das Training auf dem Wasser hat in diesem Jahr sehr spät begonnen. „Normalerweise verlassen wir Anfang März die Halle, in der wir die Athletik trainieren“, so Swen Kleinau, „der kurze Trainingszeitraum auf dem Wasser bis zum ersten Wettkampf ist brutal.“ Bereits am 27. April lockt die Landesmeisterschaft in Barby.

Die Kinder stört diese Frist wenig. Sie rufen nach ihrem Steuermann, fiebern dem Startzeichen für die erste Tour entgegen. „Ich mag Wasser“ sagt die 14-jährige Pia Heine mann, die seit dem letzten Sommer dabei ist, „und weil ich nicht die beste Schwimmerin bin, paddele ich eben.“

Das Schwimmen beherrschen alle Kinder des Kanuvereins, sonst dürfen sie nicht ins Boot. „Außerdem müssen Kinder bis zu 14 Jahren Schwimmwesten tragen“, sagt Swen Kleinau. Ab Wassertemperaturen unter sieben Grad ist das auch für Erwachsenen Pflicht. Boote können schließlich kentern und der menschliche Körper findet einen Sturz ins kalte Wasser in der Regel nicht besonders lustig und weigert sich unter diesen Umständen gerne, noch ein bisschen zu schwimmen. „Derzeit beträgt die Wassertemperatur auf dem Kanal jedoch etwa 10 Grad“, hat Swen Kleinau gemessen.

Ist das Wasser noch ein bisschen wärmer, ist es für den zehnjährigen Ole Einar Jakob geradezu himmlisch, wenn sein Boot ins Wanken gerät. „Mir gefällt es, wenn ich an heißen Tagen ins Wasser falle“, sagt der Junge, der neben dem Kanusport auch noch Leichathletik betreibt.

Die Wolmirstedter Kanuten teilen sich den Kanal mit den großen Kähnen. Immer wieder schwimmt einer während des Trainings vorbei. Aber die jungen Paddler und die gestandenen Elbschiffer kennen sich und teilen sich ohne großes Aufhebens die künstliche Wasserstraße.

Im März 2012 wurde eine Umleitung des Kanals fertiggestellt und geflutet. Diese Umleitung ist nötig, weil das Kanalbett derzeit verbreitert wird und über der Bahnlinie gar der ganze Kanal gerade kein Was ser führt. Sobald der Kanal jedoch auch an diesem Abschnitt wieder in seinem alten Bett geradeaus fließen kann, wird die Umleitung, die sogenannte Ausweiche, für die Schifffahrt überflüssig. „Wir werden diese Ausweiche trotzdem nicht für Trainingszwecke benutzen“, sagt Lutz Neumann, „sie ist rund gebaut und hat an der Seite Spundwände. Dadurch bildet sich Schwabbelwasser, das heißt, es gibt viele Wellen. Das ist zum Kanufahren nicht günstig.“

Fünf Übungsleiter kümmern sich um die 35 Nachwuchswassersportler. „Wir könnten noch mehr gebrauchen“, sagt Lutz Neumann, „deshalb führen wir die 14- bis 15-Jährigen langsam an die Übungsleitertätigkeit heran.“ Für diese Altersgruppe leuchtet außerdem ein anderes Ziel: „Rennsportwart Björn Jakob möchte mit den älteren Jugendlichen an den ostdeutschen Meisterschaften in Brandenburg starten“, so Neumann.

 

älter Weitere Informationen neuer
Leistungsstützpunkte des Landkreises Börde werden berufen   38 Schülermannschaften - der kleine Großbootcup liegt vorn